Geschichte

Mein Praxisvorgänger und Mentor

Dr. Elmar Rudolf Ballof

ist am 14.12.07 mit 85 Jahren verstorben.

Für den geneigten Leser möchte ich an dieser Stelle drei kleine

und sehr, sehr wahre Geschichten erzählen:

Erste kleine wahre Geschichte:

Während meiner Schulzeit im Gymnasium am Schloss

und im Wirtschaftsgymnasium in Saarbrücken

verbrachte ich so einige nette Abende bei Sammy

in der Diskothek Number One

unter meiner ehemaligen Praxis.

Ich war damals irgendwie von dem Eisengitter oberhalb der Diskothek

und der dahinter liegenden Frauen-Arzt-Praxis fasziniert.

Am Ende der Abiturfeier 1976 im Bereich des St. Johanner Marktes

begleiteten mich meine Schulkollegen beim Nachhauseweg

in Richtung Bahnhofstraße.

Jeder dachte laut über seine Zukunft nach.

Beim Passieren des Anwesens blieb ich stehen,

zeigte nach oben und sagte:

„Eines Tages möchte ich da oben als Facharzt arbeiten!“

Riesengroßes allgemeines Gelächter!

Zweite kleine wahre Geschichte:

Nach meiner Oberarzttätigkeit unter dem Chefarzt Dr. Otto Boldt in Quedlinburg in Sachsen / Anhalt wurde ich 1995 Oberarzt unter dem

Chefarzt Dr. Dietmar Runge im Ev. Krankenhaus in Zweibrücken.

Mein ehemaliger Oberarzt Dr. Witold Marks mit mir als Assistenzarzt unter unserem Chefarzt Prof. Dr. Fred Täger im Ev. KH in Saarbrücken und unter dem Chefarzt Dr. Hans Schales im St. Josef KH in Dudweiler rief mich im Januar 1996 an und informierte mich über eine Anzeige zum Verkauf einer Frauenarzt-Praxis.

Ich rief am gleichen Tag in Dr. Ballof´s Praxis an und bat um einen Termin. Dr. Ballof teilte mir mit, dass die Praxis schon verkauft sei.

Ich bat trotzdem um den Termin, um mich über die Praxis mit ihren Modalitäten zu informieren.

Beim Eintreffen teilte mit Dr. Ballof mit, dass er nur 10 Minuten Zeit habe und dann weg müsse. Er zeigte mir die Praxis und aus den 10 Minuten wurden 90 Minuten in denen er mir stolz seine gesamte Praxis mit den Besonderheiten zeigte. Beim Verlassen der Praxis bat Dr. Ballof mich noch um meine Telefon-Nummer und sagte traurig:

Sie wären genau der richtige Nachfolger meiner Praxis, damit alle meine Patienten in gute Hände mit gleicher Einstellung übergehen würden.

Im Februar 1996 klingelte abends mein Telefon:

„Hier ist Dr. Ballof. Sind sie noch an meiner Praxis interessiert?“

Ich antwortete: „Ja sicher! Warum fragen Sie?“

Dr. Ballof antwortete: „Ganz ehrlich! Der Käufer hat Probleme mit der Finanzierung und ich möchte verkaufen, meine Frau ist erkrankt.“

Ich sagte ihm: „Ich bin sehr an der Praxis interessiert. Ich kann morgen früh bei meiner Bank anrufen und alles Weitere abklären.“

Innerhalb von 10 Tagen stand die Finanzierung und ich konnte die Zusage zum Praxiskauf nach Beratung mit der Kassenärztlichen Vereinigung geben.

Ich musste damals noch an dem Einführungskurs zur Praxisübernahme teilnehmen und übernahm zum 01.04.1996 Dr. Ballof´s Frauenarztpraxis.

Dritte kleine wahre Geschichte:

Ich ließ die Praxis 6 Monate lang Zimmer für Zimmer renovieren.

Abends putzte ich mit meinen Brüdern den Dreck weg.

Wir wurden wahre Meister im täglichen Nacht-Putzen des Treppenhauses.

Nachts und an den Wochenenden räumte ich mit meinen Brüdern und Freunden um, ließ Möbel installieren und baute viele Möbel selbst auf.

Am Tag kamen oft Patienten bei normalem Praxisbetrieb, nur um zu sehen, wie die Umbau- und Renovierungs-Arbeiten vorangingen.

Dies baute uns alle moralisch jeden Tag aufs Neue auf.

Mein damaliges Praxisteam freut sich noch heute über die wundervolle Teilnahme der Patienten an unseren Renovierungsaktionen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für diese wundervolle Zeit

in meinem Leben

bei allen Patienten

und allen Freunden.

Dr. Ballof wird unser ewiger Mentor der Praxis bleiben,

der stets über uns wacht.

Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei meinen Brüdern

Hendrik und Dietmar

sowie unserem gemeinsamen Freund

Hans-Georg

für die wundervollen, arbeitsreichen und oft lustigen Abende

und Nächte in der Praxis danken.

Danke!

German Dressen

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